Hikaru Japan Service

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Newsletter 01/2005

Einfach schön

Washi

Japanpapier

Papier war und ist in Japan ein Symbol der Reinheit. Rund um die Tempel findet man kunstvoll gefaltetes weißes Papier, zum Beispiel um Bäume gebunden. Dies grenzt den heiligen Bezirk ab und hält das Böse und Unreine fern.
Alte religiöse Bräuche sind noch lebendig. Die weißen Papierbänder, die wie Blüten an den Bäumen beim Tempel hängen, zeugen davon. Jedes Papier enthält einen Götterspruch, der dem Besucher die Zukunft weissagt. Wer damit nicht zufrieden ist, bindet das Papier an einen Baum. Die Zufriedenen nehmen den Spruch mit nach Hause.

Washi, Wa – japanisch, shi – Papier, ist ungeheuer vielseitig. Es gibt ganz feines, durchscheinendes Japanpapier, das auch in der Medizin Verwendung findet oder aber strapazierfähiges Papier, beispielsweise für ein Brautkleid des japanischen Stardesigners Miyake Issey.

Japanpapier ist ein besonders edler Vertreter seiner Gattung. Das älteste in Japan erhaltene in der Washi-Methode hergestellte Papier ist aus dem Jahre 702.
23 Arbeitstage sind für handgeschöpftes Papier der traditionellen japanischen Art nötig. Die Arbeitsgänge reichen dabei vom Einweichen der Baumrinde, dem Schlagen der Fasern, dem Schöpfen bis hin zum Trocknen der Bögen. So kommt es, dass mancher Bogen Washi sein Gewicht in Blattgold wert ist. Dass einige Japaner bereit sind, diese Preise auch zu zahlen, erklärt das Phänomen der Erhaltung vieler Traditionen und Handwerke.

Papierherstellung in Japan

Wie so vieles wurde die Kunst der Papierherstellung in Japan zunächst der chinesischen nachgeahmt. Bald jedoch verfeinerten und verbesserten die Japaner die Methode und konnten von nun an Papier auch aus einheimischen Pflanzen herstellen.

Washi wird nicht einfach geschöpft. Es ist eine Kunst, das Sieb in einem bestimmten Rhythmus mehrmals in die Papiermasse zu tauchen. Dadurch überkreuzen sich die Fasern lagenweise. Wer es einmal versucht hat weiß: solange es der Lehrer vormacht, sieht es so einfach aus, aber wenn man das Sieb selbst in Händen hält, erkennt man den langen Weg, der hinter diesem Handwerk liegt.